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VLSM Drucken E-Mail

Zielgruppe:

Dieser Artikel richtet sich an Leser, die mit den Grundlagen von Computernetzen vertraut sind. Außerdem wird das Thema Subnetting als bekannt vorrausgesetzt.

Prinzip von VLSM:

Durch mehrfache, verschachtelte Teilung des Adressbereiches entsteht ein verschachteltes System von Adressblöcken, die jeweils eine minimale Größe haben, die jedoch ausreicht, um die jeweilig zugeordneten Subnetze mit ausreichend vielen IP-Adressen versorgen zu können.

Beispiel

Die benötigten Subnetze und deren Anzahl benötigter Host-Adressen, also IP-Adressen:

Netz Adressen
LAN 0
55
LAN 1
26
LAN 2
12
WAN 0-1
2
WAN 1-2
2

 

Die IP-Adresse:

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen
A
x.y.z.0/24
00000000 bis 11111111
0 bis 255
256 - 2 = 254

Als erstes stellen wir uns die Frage, ob das letzte Oktett unserer IP-Adresse nach einer Aufspaltung in zwei Adressräume immer noch ausreichend große Adressräume darstellen würde, um unser größtes Subnetz, also LAN 0 mit 55 IP-Adressen, adressieren zu können.
Die Aufspaltung wird dadurch realisiert, dass wir das erste Bit vom letzten Oktett als Kennung für den jeweiligen Adressblock benutzen. Block 1 wird also mit 0, Block 2 mit 1 codiert.

Nach der Zerlegung erhalten wir zwei Blöcke, die folgendermaßen aussehen:

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen
1
x.y.z.0/25
00000000 bis 01111111
0 bis 127
128 - 2 = 126
2
x.y.z.128/25
10000000 bis 11111111
128 bis 255
128 - 2 = 126

Hierbei ist darauf zu achten, dass zu den beiden neuen IP-Adressen jeweils andere Subnetzmasken gehören. Der Netzbereich hat sich von 24 auf 25 Bits erhöht, der Hostbereich damit von 8 auf 7 Bits verkleinert.

Block 1 kann noch ein weiteres mal in zwei Blöcke zerlegt werden, sodass die beiden sich daraus neu ergebenden Blöcke mit 52 Bits immer noch ausreichen, um LAN 0 mit 55 Hosts adressieren zu können.

Zerlegung von Block 1 in zwei Blöcke:

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen Netz
1.1
x.y.z.0/26
00000000 bis 00111111
0 bis 63
64 - 2 = 62
LAN 0
1.2
x.y.z.64/26
01000000 bis 01111111
64 bis 127
64 - 2 = 62
-
2
x.y.z.128/25
10000000 bis 11111111
128 bis 255
128 - 2 = 126
-

Wieder wurden Host- und Netzteil der IP-Adresse jeweils um 1 Bit verschoben, selbstverständlich nur in den Blöcken, die wir durch neue Teilung erhalten haben.
Block 1.1 würde nach einer weiteren Teilung nur noch 30 Adressen enthalten, das wären zu wenig um LAN 0 adressieren zu können. Deshalb weisen wir LAN 0 dem Adressbereich, der durch Block 1.1 repräsentiert wird, zu. Das bedeutet, dass 55 der 62 Adressen von Block 1.1 als IP-Adressen in LAN 0 benutzt werden, die übrigen 7 Adressen von Block 1.1 bleiben ungenutzt.

Als nächstes suchen wir wieder einen möglichst kleinen Adressblock für die 26 IP-Adressen von LAN 1. Block 1.2 ist zur Zeit unser kleinster Block, dessen Teilblöcke, die sich durch eine weitere Aufspaltung in Teilblöcke ergeben, noch immer ausreichend groß sind, um LAN 1 mit IP-Adressen zu versorgen.

Aufspaltung von Block 1.2 in die Teilblöcke Block 1.2.1 und Block 1.2.2

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen Netz
1.2.1
x.y.z.64/27
01000000 bis 01011111
64 bis 95
32 - 2 = 30
LAN 1
1.2.2
x.y.z.96/27
01100000 bis 01111111
96bis 127
32 - 2 = 30
-

Nach einer weitere Teilung würden die sich neu ergebenden Blöcke nicht mehr genügend Adressen enthalten, um LAN 1 mit ausreichend vielen Adressen versorgen zu können. Deshalb weisen wir LAN 1 dem Block 1.2.1 zu und teilen Block 1.2.2 weiter in Teilblöcke, von denen wir wieder den ersten benutzen, um das nächste Netz, nämlich LAN 2, mit IP-Adressen zu versorgen.

Aus Block 1.2.2 ergeben sich die Teilblöcke Block 1.2.2.1 und Block 1.2.2.2

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen Netz
1.2.2.1
x.y.z.96/28
01100000 bis 01101111
96 bis 111
16 - 2 = 14
LAN 2
1.2.2.2
x.y.z.112/28
01110000 bis 01111111
112 bis 127
16 - 2 = 14
-

Die Adressen von Block 1.2.2.1 benutzen wir um LAN 2 mit IP-Adressen zu versorgen, Block 1.2.2.2 wird weiter aufgeteilt. Es ergeben sich folgende Blöcke:

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen Netz
1.2.2.2.1
x.y.z.112/29
01110000 bis 01110111
112 bis 119
8 - 2 = 6
-
1.2.2.2.2
x.y.z.120/29
01111000 bis 01111111
120 bis 127
8 - 2 = 6
-

Block 1.2.2.2.1 können wir noch ein weiteres mal zerlegen:

Block IP letztes Oktett letztes Oktett Adressen Netz
1.2.2.2.1.1
x.y.z.112/30
01110000 bis 01110011
112 bis 115
4 - 2 = 2
WAN 0-1
1.2.2.2.1.2
x.y.z./30
01110100 bis 01110111
116 bis 119
4 - 2 = 2
WAN 1-2

 

Die folgende Grafik veranschaulicht den Bedarf der einzelnen Sub-Netzwerke an Speicheradressen und die Größe der nicht benötigten Adressblöcke.